Der Shisha-Raucher

Der Aufbau der Wasserpfeife


Diese Anleitung wurde vor einigen Jahren geschrieben, als 90% aller Wasserpfeifenraucher noch mit traditionellen, ägyptischen Shishas rauchten - und wie man unschwer erkennt, ist die Aufbauanleitung hauptsächlich auf solche Pfeifen ausgelegt.

Der Text wurde deswegen hier und da ein bißchen ergänzt und sollte nun wieder 'up to date' sein.

Zerlegte ShishaDer erste Schritt besteht darin, zunächst einmal Wasser in das Glas (die Bowl) zu füllen - und zwar soviel, daß das untere Ende der Rauchsäule später ca. 1 bis 2 cm ins Wasser ragt. Das ist am Anfang schwer abzuschätzen, also erst mal zusammenstecken und schauen, wie hoch der Wasserstand sein sollte. Falls Sie es bei Ihrem Glas schlecht erkennen können, halten Sie das Ganze einfach mal gegen das Licht.

Auf dem Bild nebenan ist die Dichtung für die Rauchsäule bereits ins Glas gesteckt (hier eine schwarze). Neben dieser werden noch zwei weitere Dichtungen benötigt - eine am Schlauchansatz und eine weitere ganz oben, wo später das Tonköpfchen aufgesteckt wird.

Je kälter das eingefüllte Wasser, desto besser und milder wird später der Rauch. Man kann zur besseren Kühlung auch Eiswürfel ins Wasser geben, aber da sollte man vorsichtig sein. Manche Gläser vertragen die Eiswürfel, manche können aber auch springen. Wie aus leidvoller Erfahrung bekannt, gehört das eigene Lieblingsglas zumeist zu der letzteren Sorte... :(

Dichtung einer Shisha am Ansatz zum GlasSetzen Sie nun die Rauchsäule mit leichten Drehbewegungen auf das Glas.

Heutzutage sind die Dichtungen um einiges praktischer als annodazumal, meist passen sie nahezu perfekt und viele moderne Wasserpfeifen sind ohnedies mit einem Schraubgewinde versehen, mit dem man die Rauchsäule absolut dicht ins Glas drehen kann.

Falls man doch noch ein altes Schätzchen ergattert oder noch zu Hause hat, kann es schon noch vorkommen, daß eine Dichtung nicht richtig passen will - entweder ist sie zu dick oder zu dünn und im schlimmsten Fall kriegt man das Ganze nicht einmal ohne Probleme zusammengesteckt.

Abhilfe: Bei zu dünnen Dichtungen denkbar einfach - man nehme etwas Kreppband und wickele soviel davon um die Dichtung, bis sie paßt.
Bei zu dicken Dichtungen wird es schwieriger - man kann sie nur etwas abschleifen bzw. zurechtschneiden.
Wenn die Dichtung mit der Rauchsäule nur schwer ins Glas geht, kann man sie mit etwas Öl einreiben, dann 'flutscht' sie besser.

Wenn alle Stricke reißen, kann man die Dichtung auch mit feuchtem Küchenpapier oder Stoff ersetzen - so wurde die Wasserpfeife traditionell ohnehin abgedichtet. Damit kann man sich dann behelfen, bis eine neue Dichtung da ist.

Das Ventil einer ShishaSetzen Sie nun den Schlauch in den Schlauchansatz der Wasserpfeife (auf dem Bild links). Auch hier gibt es eine Dichtung - glücklicherweise passen die (fast) immer. So manche moderne Shisha ist so perfekt gearbeitet, daß sie nicht einmal eine Dichtung für den Schlauchansatz braucht - man sollte trotzdem eine ganz dünne benutzen, um das Holz des Schlauches zu schonen.

Der Schlauchansatz ist nicht zu verwechseln mit dem Ventil (auf dem Bild rechts an der Säule), welches dazu dient, beim Rauchen ab und an mal 'Dampf abzulassen'.

Das Ventil ist recht nützlich, falls sich einmal zuviel Rauch im Glas ansammelt oder auch, wenn der Tabak mal angebrannt ist und kratzigen Rauch produziert hat. Den muß man dann nicht inhalieren, sondern kann ihn durch Blasen aus der Pfeife pressen.

Wichtig: Heben Sie Ihre Wasserpfeife niemals an der Rauchsäule hoch - in der vagen Hoffnung, daß das Glas darunter schon irgendwie halten wird.
Heben Sie sie nur am Glas auf!

Kopf der Shisha mit Ascheteller und KopfdichtungSetzen Sie nun den Ascheteller auf die Rauchsäule - falls es nicht zufällig eine ist, an der der Teller bereits fest verschraubt ist. Heute sind auch viele Wasserpfeifen mit einem abschraubbaren Kopfadapter versehen, durch den sich der lose aufgelegte Teller festschrauben läßt.

Bei dem eher etwas altertümlichen Modell hier auf den Bildern (das gute Stück leistete dem Verfasser dieser Zeilen jahrelang treue Dienste..) sehen Sie oben am Kopf der Pfeife die Dichtung, auf die später das Tonköpfchen mit dem Tabak aufgesetzt wird.

Das Wichtigste an einer Wasserpfeife ist, daß sie dicht ist - und außer am oberen Kopf und durch das Ventil nirgends Luft durchläßt.
Eine undichte Pfeife trübt nicht nur den Rauchgenuß, sondern kann auch zu Kopfschmerzen führen.


ShishatabakJetzt wird der Tabak in das Tonköpfchen gefüllt.

Zu beachten ist, daß der Tabak nicht fest gestopft, sondern ganz locker hineingelegt werden sollte - je lockerer, desto besser.
Die Füllhöhe sollte nicht über den Rand des Tonköpfchens hinausreichen - das später aufgelegte Sieb sollte den Tabak nach Möglichkeit nicht berühren.

Das Tabakglas auf dem Bild war in seinem früheren Leben mal ein Rote-Beete-Glas - es empfiehlt sich, den Tabak gut verschlossen und luftdicht aufzubewahren, damit sein Aroma und seine Feuchtigkeit erhalten bleiben. (Meine Güte - Nakhla Mandarine... wie lange ist das her??)

Tip: Grob geschnittener Tabak wird besser, wenn man ihn kurz durch den Mixer jagt.

Kopf der Shisha mit Tonkopf und KohleDas gefüllte Tonköpfchen wird auf den oberen Teil der Rauchsäule gesteckt.

Auf dem Bild rechts ist das Tonköpfchen nicht nur mit einem, sondern mit zwei Sieben abgedeckt, obenauf liegt ein Brocken Cococha-Kohle.

Ein ganzer Brocken Cococha entwickelt sehr viel Hitze und könnte den Tabak leicht verbrennen - durch das zweite Sieb wird ein größerer Abstand zwischen Kohle und Tabak geschaffen (zwei Schrauben erfüllen den gleichen Zweck).
Damit die ganze Hitze nicht nach oben entweicht, empfiehlt sich bei diesem Setup ein Windschutz (siehe FAQ 1: Windschutz)

Zu Beginn des Rauchens gilt es, die Hitze der Kohle möglichst 'im Zaum' zu halten und zu verhindern, daß der Tabak oben anbrennt.
Dazu legt man die Kohle mit der schmalen Seite nach unten so weit wie möglich an den Rand des Siebes. In der ersten Viertelstunde wird man auch den Windschutz für eine Weile abnehmen müssen, um ein Überhitzen zu verhindern (natürlich erst, nachdem sich eine gute Rauchentwicklung gebildet hat).
Nach und nach verändert man dann die Lage der Kohle - zunächst einmal wird sie umgekippt (also mit der Breitseite nach unten), und wenn sie sich etwas verbraucht hat, wandert sie in die Mitte des Siebes

Nach einer guten Stunde wird der verbliebene Brocken dann noch einmal geteilt, um eine möglichst große Fläche des Siebes abzudecken - denn die kleineren Stücke geben nicht mehr so viel Hitze ab.

Die Regel ist ganz einfach: Wenn es aus dem Tonköpfchen qualmt und der Rauch kratzt - Windschutz weg und Kohle an den Rand des Siebes gerückt.
Läßt die Rauchentwicklung jedoch nach - Windschutz drauf und/oder Kohle zur Mitte des Siebes hin schieben.


Hier noch ein paar Alternativen zu dem obigen Kohle-Setup:

Häufig sind anstelle der flachen Metallsiebe wie oben die gewölbten Siebe mit 'Umklapplaschen' erhältlich - auch wir führen sie zur Zeit in unserem Zubehör-Angebot. Bei diesen Sieben stellt sich natürlich die Frage: Wie herum?

Kohlesieb - Wölbung nach obenKohlesieb - Wölbung nach unten

Im Allgemeinen empfiehlt es sich, das Sieb mit der Wölbung nach oben auf den Kopf zu legen, um dadurch einen größeren Abstand zum Tabak zu gewinnen. Auch hier sollte man den Windschutz benutzen, um die Hitze der Kohle dicht am Kopf zu halten und zu verhindern, daß sie sich nach oben verflüchtigt.

Wenn Sie jedoch nur sehr wenig Tabak für eine kurze Rauchdauer nehmen wollen oder aber einen extrem tiefen Tabakkopf haben, können Sie das Sieb auch mit der Wölbung nach unten benutzen.
In der Regel ist es nicht zu empfehlen, es führt leicht zu dem Problem, daß die oberste Tabakschicht zu schnell verbrennt, während die untere noch frisch und feucht ist.

Alufolie Weit verbreitet ist auch die Gewohnheit, anstelle eines Siebes Alufolie zu benutzen - insbesondere bei der Verwendung von selbstzündenden Kohle-Tabs wie etwa Three-Kings.

Dabei sollte die glänzende Seite der Alufolie nach unten weisen, um die Hitze der Kohle auf der selbigen zu konzentrieren. Die Folie sollte straff gespannt sein und nicht durchhängen, denn auch hier sollte der Tabak nicht mit der Folie oder gar der Kohle in Berührung kommen.

Übrigens: es ist nicht richtig, wenn es beim Hineinblasen in den Schlauch aus dem Tabakkopf qualmt. Das mag zwar schön viel Qualm geben, bedeutet aber letzlich nichts anderes, als daß der Tabak vor sich hinkokelt und erheblich an Geschmack verliert..

UtensilienLetzlich noch ein paar nützliche Utensilien: zum einen die Kohlenzange, um die glühende Kohle gefahrlos transportieren zu können. Den Messingteller sollte man tunlichst unter die Kohle halten, wenn man mit selbiger von der Küche zur Wasserpfeife läuft - es könnte sonst Brandlöcher im Orientteppich geben..

Das kleine rote Gäbelchen eignet sich hervorragend dazu, die Siebe vom Tonköpfchen zu heben, wenn sie nach dem Rauchen heiß geworden sind. Mit den Fingern sollte man das nicht versuchen.

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