von der Zigarette zur Shisha - lohnt sich der Umstieg?


Mit einem Wort: ja!

Die Vorteile der Wasserpfeife gegenüber dem Konsum von Zigaretten sind vielfältig:

Man raucht deutlich weniger, denn der gedankenlose, schnelle Griff zur Zigarette entfällt. Eine Wasserpfeife hat man nicht mal eben so aus der Tasche gezogen und angezündet - eine Wasserpfeife muß man sorgfältig vorbereiten. Das Rauchen außer Haus entfällt beinahe völlig (zumindest für uns Ältere, die wir nicht mehr so flockig-locker mit der Shisha im Rucksack in den Stadtpark 'chillen' gehen.. ;)

Eine Wasserpfeife produziert so gut wie keinen Nebenstromrauch - im Gegensatz zur Zigarette gefährdet sie keinen Passivraucher. Das ist ein Argument, welches besonders für die Partner von Nichtrauchern, Eltern von Kindern oder Halter von Haustieren von Bedeutung ist, da die eigene Raucherei nicht länger die Gesundheit anderer gefährdet.

Die Wasserpfeife ist sauber - vergilbte Gardinen, vergilbte Wände, übel riechende Stoffe und kalter Rauch in den Räumen ist bei einer Wasserpfeife schlichtweg nicht vorhanden. Nichts lagert sich ab, nichts bleibt im Raum zurück außer dem leichten Fruchtaroma des Tabaks.

Gerade Nichtraucher wissen das zu schätzen, die die Wohnung eines starken Rauchers oft nur widerwillig betreten und den Mief beklagen, der sich unweigerlich in ihrer eigenen Kleidung festsetzt. In der Wohnung eines Wasserpfeifenrauchers gibt es solche Probleme nicht.

Der Raucher selber stinkt auch nicht - ganz im Gegensatz zu einem starken Zigarettenraucher, dem jeder Nichtraucher sein Laster schon auf zehn Meter gegen den Wind anmerkt. Man bekommt auch keine gelben Zähne mehr.

Die Wasserpfeife beeinträchtigt weder den Geschmacks- noch den Geruchssinn. Nach dem Umstieg wird der ehemalige Zigarettenraucher nach und nach erstaunt feststellen, daß plötzlich alles anders, besser, intensiver schmeckt und riecht.

Das Rauchen selbst gewinnt eine ganz neue Qualität - aus dem mehr oder weniger nebensächlichen Daherqualmen wird ein bewußtes Ritual. Das Rauchen ist wieder ein Genußmittel, eine Kultur. Man muß eine Wasserpfeife auch nicht zwangsläufig in der Gruppe rauchen - man kann sie auch sehr gut alleine und in aller Ruhe für sich genießen.

Die 'Rückfallquote' dürfte bei Null liegen - wer sich einmal an die Wasserpfeife gewöhnt hat, wird eine Zigarette nur noch als ekelhaft empfinden.

Die Schwierigkeiten eines Umstiegs

Die Schwierigkeiten des Umstiegs wollen wir auch nicht verheimlichen - sie können besonders in den ersten Wochen sehr groß sein.

Zunächst einmal wird jeder starke Raucher in der Praxis schnell feststellen, daß an der Behauptung 'ebensoviel Nikotin wie eine Zigarette' nicht viel Wahres ist. Wer ca. 20 Zigaretten am Tag raucht, geht bei einem radikalen Umstieg auf die Wasserpfeife erst einmal auf 'Entzug' - ganz gleich, wie heftig er an seiner Shisha raucht, er wird sein altes Nikotinlevel nicht erreichen. Da ist Durchhaltevermögen angesagt.

Was den Umstieg nicht unerheblich erschwert, ist die langwierige, vergleichsweise umständliche Zubereitung einer Wasserpfeife, die besonders bei Anfängern nicht unbedingt routinemäßig abläuft und erst einmal gelernt werden will. Insbesondere starke Raucher können da schon einmal fürchterlich zappelig werden.

Die Wasserpfeife erleichtert und erschwert den Umstieg zugleich - hat sie sich erst einmal als Rauchgenuß 'eingeschmeichelt', wird sie die Zigarette schnell verdrängen. Sie schmeckt besser, leichter, fruchtiger - die Zigarette hingegen brennt plötzlich auf der Zunge, stinkt und die ständige Qualmerei wird mehr und mehr als störend empfunden. Das ist umso unangenehmer, wenn es einen trotzdem noch nach dem schnellen 'Nikotin-Flash' einer Zigarette gelüstet - nichts ist frustrierender, als sich (sehn)süchtig so einen Glimmstengel anzuzünden und dann angeekelt ganz weit von sich wegzuhalten, während sich im Mund ein übler Geschmack nach ausgelecktem Aschenbecher ausbreitet. Denn eins ist sicher: so werden Sie es nach einiger Zeit empfinden!

Zigaretten stinken und der Qualm ist einfach nur ekelig - Nichtraucher haben es einem immer schon gesagt, aber als starker Raucher hat man es nicht glauben wollen - man selber roch schließlich nichts. Oder wenigstens kaum etwas - und wenn man etwas roch, dann glaubte man es mit dem Öffnen eines Fensters beseitigt zu haben.

Diese Illusion wird sich nicht lange halten können, wenn die Zigaretten erst einmal weg sind. Der ehemalige starke Raucher wird sich entsetzt in seinen vier Wänden umschauen und feststellen, daß alles nach kaltem Rauch stinkt - die Gardinen, die Vorhänge, die Teppiche, die Decken, die Wäsche im Schrank, einfach alles. Und ganz plötzlich nimmt man das ebenso wahr wie die Nichtraucher - und das ist entsetzlich!! Und nicht vergessen, daß ausgerechnet jetzt der bislang stets betäubte Geruchssinn zu neuem Leben erwacht...

Zu diesem Zeitpunkt helfen dann nur brachiale Gegenmaßnahmen - die umso radikaler ausfallen, je stärker man zuvor geraucht hat. Die Wohnung wird dauergelüftet, die Waschmaschine rödelt rund um die Uhr, alles, was irgendwie hineinpaßt, wird gewaschen, den Rest schleppt man in die Reinigung. Da landen im schlimmsten Ernstfall dann auch die Teppiche, was bei mehreren Orientteppichen nicht unbedingt preiswert ist.

Im Zuge dieser Waschaktionen stellt man dann zumeist fest, daß es überall noch 'Nikotinschichten' gibt - eigentlich eher Teerschichten - und schon verfällt man dem Putzwahn. Das Positive dabei ist, daß einen die hektische Betriebsamkeit ganz gut vom Drang nach mehr Nikotin ablenkt...

... aber es lohnt sich!!

Es mag ein Trost sein, daß diese Umstiegszeit nach vier bis sechs Wochen spätestens überstanden ist - wenn jemand einen eisernen Willen hat, sogar noch eher. Der Drang nach mehr Nikotin, als die Wasserpfeife geben kann, wird nach und nach wegfallen, der Körper stellt sich um. Die oft langen Wartezeiten bis zur nächsten Shisha machen einen nicht mehr rappelig - man wird gemütlicher. Dann dauert's eben eine Weile, dafür schmeckt sie hinterher umso besser.

Die Lebensqualität steigt beträchtlich - nicht allein deswegen, daß man jetzt plötzlich in einer frischen, sauberen Wohnung sitzt, in der sich auch Nichtraucher wieder wohl fühlen können. Das Essen schmeckt viel besser, die Luft riecht besser, und man hustet morgens nicht mehr so viel. Man hat auch kein heimliches schlechtes Gewissen mehr, weil man alles um sich herum zugepestet hat.

Ab und an trifft man noch auf einen starken Zigarettenraucher, hält dezent die Luft an und überlegt, wie man den am besten mit seiner Zigarette in den Garten komplimentiert. Man erinnert sich ja noch zu gut, als wie unhöflich man das selbst immer empfunden hat, wenn man im strömenden Regen zum Rauchen vor die Tür geschickt wurde. Egal, raus mit dem Kerl - die Teppichreinigung war teuer..

.. oder man teilt sich eine Wasserpfeife!

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