Die Eigenschaften der Wasserpfeife

Die Filterwirkung einer Wasserpfeife
Das Wasser
Hauptstromrauch und Nebenstromrauch
Tabakrauch im Allgemeinen


Die Filterwirkung einer Wasserpfeife

Die Filterwirkung einer Wasserpfeife ergibt sich in erster Linie aus dem extrem langen Weg, den der Rauch vom Punkt seiner Entstehung im Tabakköpfchen bis zum Raucher nimmt. Bei einer ca. 75 cm hohen Pfeife mit einem 1,80 mtr. langen Schlauch geht der Rauch zunächst durch das Rauchrohr in das Wasserglas (ca. 65 cm), von dort durch das Wasser zurück bis Höhe Schlauchansatz (ca. 20 cm) und letzlich durch den Schlauch (1,80 mtr.) - das ergibt einen Weg von 2,65 mtr.

Auf diesem langen Weg lagert sich eine ganze Menge an Partikeln an den Innenwänden von Rauchsäule und Schlauch ab, auch das Wasser verrät durch seine leicht grünlich werdende Färbung die Aufnahme verschiedenster Stoffe.

Letzlich ist die 'Betriebstemperatur' einer Wasserpfeife mit ca 100° dicht unterhalb der Kohle im Vergleich zu der von beispielsweise Zigaretten (800-1100°) extrem niedrig. Das hat vom chemischen Standpunkt aus betrachtet erhebliche Konsequenzen - nicht allein, daß so gut wie kein Nebenstromrauch entsteht, der Rauch ist weitgehend frei von bekannten Irritatoren wie etwa Acrolein, Acetaldehyd, Formaldehyd, und anderen Elementen.

Das Wasser

In dem Zusammenhang sei eine Studie von Hoffman, Rathkamp und Wynder erwähnt, die 1963 im Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht wurde (Comparison of the yields of several selected components in the smoke from different tobacco products). In dieser Studie verglichen die Wissenschaftler den Teergehalt einer Wasserpfeife mit dem einer Pfeife ohne Wasser bei Tumbâk-Tabak - dem schwarzen, nicht aromatisierten Tabak (ähnlich dem Zaghloul) bei direkt auf dem Tabak placierter Kohle. Sie kamen zu dem Ergebnis, daß der Teergehalt der Wasserpfeife um 50% geringer lag als der der 'wasserlosen' Pfeife.

Auch der Nikotingehalt wurde durch das Wasser erheblich reduziert bzw. steigerte sich um ein Vielfaches bei Weglassen des Wassers. Nikotin ist ein wasserlöslicher Stoff, ebenso wie Teer sich als Aerosol in kaltem Wasser bindet.

Mit dem Wasser ist es folglich wie mit fast allen Aspekten der Wasserpfeife - auf der einen Seite wird die positive Seite maßlos überzogen und auf der anderen ebenso maßlos unterschätzt. Es ist keineswegs so, daß es alles wegfiltert und das Rauchen völlig unbedenklich macht, es ist aber auch längst nicht so wirkungslos in seiner Filterwirkung, wie es einen die Anti-Raucher-Fraktion Glauben machen möchte.

Hauptstromrauch und Nebenstromrauch

Einer der größten Vorteile einer Wasserpfeife ist der, daß sie 'von selbst' so gut wie keinen Rauch erzeugt. Im Gegensatz zu einer Zigarette, die auch ohne das Zutun des Rauchers beständig vor sich hinqualmt, produziert eine Wasserpfeife nur dann Rauch, wenn man an ihr zieht. Der bei Nichtrauchern so verhaßte Nebenstromrauch (ETS, von englisch 'environmental tobacco smoke') entfällt völlig. Das ist mit Sicherheit der Hauptgrund dafür, daß die Wasserpfeife bei Nichtrauchern nicht die gleiche Ablehnung hervorruft wie das Rauchen von Zigaretten.

Am besten läßt sich der Effekt in der Praxis beobachten. Jeder Zigarettenraucher kennt die schmutzig-gelblichen Ablagerungen, die der Rauch von Zigaretten in der gesamten Umgebung hinterläßt - besonders gut sichtbar an weißen Gardinen oder weißen Wänden. Beim Rauchen der Wasserpfeife treten keine solchen Ablagerungen auf, nicht einmal bei ausgesprochen exzessivem Konsum von mehreren Wasserpfeifen täglich.
http://eurpub.oxfordjournals.org/cgi/eletters/ckl043v1#18

Tabakrauch im Allgemeinen

An dieser Stelle ist es interessant, einmal einen Blick auf den Rauch zu werfen, der von Zigaretten, Zigarren und herkömmlichen Trockenpfeifen produziert wird.

Hier finden unterschiedliche chemische Prozesse statt:
Erstens, der Tabak verbrennt, mit Temperaturen, die in der Glutzone bei der Zigarette 800-1100°, bei der Zigarre 580-660°C und bei der Trockenpfeife 420-500°C betragen.
Zweitens, der Tabak verschwelt bei Temperaturen zwischen 200 und 600° in unmittelbarer Nähe der Glutzone, in der lediglich eine unvollständige Verbrennung stattfindet und zu einer chemischen Zersetzung führt (Pyrolyse). Dadurch werden viele schädliche Verbindungen, Kondensations- und Polymerisationsprodukte freigesetzt.

Wie man sich denken kann, fallen diese Prozesse bei einer sorgfältig zubreiteten und vernünftig gerauchten Wasserpfeife bedingt durch ihre niedrige Temperatur weg. Man kann es ja nicht oft genug betonen: der Tabak darf nicht anbrennen!
Es ist die Verbrennung, die die krebserregenden Substanzen verursacht, und es sind die durch diese Verbrennung und Verschwelung entstehenden Teerpartikel, die die ebenfalls durch Verbrennung enstandenen zahlreichen Giftstoffe in den Körper transportieren.

Was bei der Wasserpfeife durchaus stattfindet, ist die Wasserdampfdestillation, bei der die flüchtigen Anteile des Tabaks verdampfen und destillieren. Dadurch gelangen beispielsweise Nikotin und Aromastoffe in den Rauch.

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