Wie schädlich ist sie nun wirklich?

Diese Seite informiert über die drei wichtigsten Schadstoffe einer Wasserpfeife sowie über die Möglichkeiten, selbige zu reduzieren. Denn anders als bei einer Zigarette hat der Shisha-Raucher durchaus die Möglichkeit, den Schädlichkeitsgehalt seiner Wasserpfeife zu beeinflussen - diese Vorteile sollte man kennen und vor allem nutzen.

Lesen Sie in diesem Zusammenhang auch unsere Artikel Eigenschaften der Wasserpfeife und Worauf man achten sollte.

Teer

Teer, oder richtiger: Kondensat, entsteht aus der Rauchniederschlagung bzw. Zusammenballung der fest-flüssigen Partikel des Rauches, es ist ein bräunlich bis schwarzes, zähflüssiges Gemisch organischer Verbindungen, welches durch Pyrolyse (Verbrennung, Zersetzung) organischer Stoffe entsteht. Einfacher ausgedrückt - beim Rauchen entsteht er durch die Verbrennung des Tabaks. Dieser Teer ist umso kritischer, je größer die Hitze bei seiner Entstehung ist. An der Glutspitze einer Zigarette beispielsweise entstehen Temperaturen um 850° und mehr, in dieser Klasse ist Teer hochgradig gefährlich. Bei einer herkömmlichen Trockenpfeife oder Zigarette kann man den Teer nicht vermeiden, da der Tabak zwangsläufig brennen muß.

Die bei den Herstellern der Wasserpfeifentabake so überaus beliebte Angabe '0% Teer' ist somit irreführend und obwohl faktisch korrekt, in der Konsequenz falsch. Eine Wasserpfeife, bei der die Kohle direkt auf den Tabak gelegt wird und diesen verbrennt, produziert Teer - das ist ein Naturgesetz. Selbst bei Verwendung eines Siebes kann der Tabak durch falsche Behandlung wie etwa hastiges Rauchen oder zu große Hitze anbrennen und schwelen - und somit Teer produzieren. Wenn es aus dem Tabakköpfchen qualmt, dann kokelt der Tabak vor sich hin und es entsteht Teer. Auch der in mehreren Lagen Alufolie eingewickelte 'Schmortabak', der lediglich durch die Folie selbst von der Kohle getrennt wird, kann signifikante Mengen an Teer produzieren (siehe WHO-Report).

Das muß jedoch nicht sein. Bei einer sorgfältig aufgebauten Wasserpfeife hat der Tabak nicht anzubrennen oder vor sich hinzuqualmen - er sollte lediglich erhitzt werden. Dabei entsteht eine 'Betriebstemperatur' von ca. 100°, bei der von einer Pyrolyse keine Rede sein kann. Unerläßlich dazu ist ein genügend großer Abstand zwischen Tabak und Kohle sowie eine gute Luftzufuhr zum Tabak im Köpfchen - diese erreicht man am besten durch Verwendung eines Siebes.

Es ist durchaus möglich, die Bildung von Teer bei der Wasserpfeife vollständig zu vermeiden.

Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid (eigtl. Kohlenstoffmonoxid, CO) ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff . Es ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, welches bei der unvollständigen Oxidation von kohlenstoffhaltigen Substanzen entsteht. Dies erfolgt zum Beispiel beim Verbrennen dieser Stoffe, wenn nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung steht oder die Verbrennung bei hohen Temperaturen stattfindet.

In einer von K.M. Sajid, M. Akhter und G.Q. Malik ausgeführten Studie im Atomic Energy Medical Centre von Multan worde der Kohlenmonoxid-Gehalt von Wasserpfeifenrauch und Zigarettenrauch verglichen. Die Studie kam zu dem Ergebnis, daß große Wasserpfeifen den niedrigsten Gehalt an Kohlenmonoxid produzierten, kleine Wasserpfeifen den höchsten und die Zigaretten in der Mitte lagen. Sie stellte ferner einen gravierenden Unterschied zwischen der Verwendung von Naturkohle und der Verwendung von selbstzündender Kohle fest, wobei die selbstzündende Kohle einen weitaus höheren Gehalt an Kohlenmonoxid verursachte.

Die Entstehung von Kohlenmonoxid kann beim Rauchen einer Wasserpfeife zu einem guten Teil reduziert werden, wie zum Beispiel durch die Wahl einer großen Wasserpfeife, der Zuführung von ausreichend Sauerstoff und genügend Luftzufuhr zum Tabak bzw. Tonkopf. Gänzlich vermeiden läßt sie sich jedoch nicht.

Nikotin

Nikotin ist ein Alklaloid der Tabakpflanze, dessen höchste Konzentration sich in den Blättern des Tabaks findet; diese kann bis zu 5% betragen. Nikotin ist eine wasserlösliche Base, bei Zimmertemperatur eine farblose, ölige Flüssigkeit, die sich an der Luft rasch braun färbt. Nikotin ist ein starkes Nervengift, welches im Zusammenhang mit dem Rauchen für Durchblutungsstörungen, Thrombosen und Herzinfarkte verantwortlich gemacht wird.

Als wasserlöslicher Stoff kann Nikotin zumindest teilweise durch das Wasser der Wasserpfeife ausgefiltert werden, ansonsten aber kann man seinen Gehalt im Gegensatz zu dem des Teers und des Kohlenmonoxid nicht beeinflussen.

An dieser Stelle muß erwähnt werden, daß originaler orientalischer Tobamel (Molasses Tabak) in der Regel nur zu etwa 50% aus Tabak besteht, der Rest setzt sich aus Honig, Melasse, Glycerin, sirupartigen Fruchtresten und ähnlichem zusammen, was zu einem Feuchtigkeitsgehalt von ca. 40% führt. Hier ist es sicher interessant zu beobachten, daß ausgerechnet Deutschland - das Land, in dem ein generelles Zigaretten-Rauchverbot in Restaurants und Gaststätten durch undurchschaubare Interessen bislang verhindert wird - durch sein 5%-Gesetz bemüht ist, den Tabakanteil im Tobamel drastisch anzuheben. Dieses Gesetz besagt, daß Tabak nicht mehr als 5% Feuchtigkeit beeinhalten darf - für den Wasserpfeifenraucher bedeutet das 95% Tabak und damit mehr Nikotin.